Birgit Hölmer | heavy forest | Installation, Zeichnungen

Juni 2008
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In den Arbeiten von Birgit Hölmer begegnet uns aber kein befriedeter, kultivierter Wald – bis auf kleinere Wegschneisen fehlen alle Hinweise auf eine Infrastruktur – und den Menschen vermissen wir ganz. Der „heavy forest“ von Birgit Hölmer ist düster, geheimnisvoll, wenn nicht sogar bedrohlich. Manches Mal scheinen sich in den Schatten und Schemen geisterhafte Fratzen zu verstecken, und man meint fast, in den dichten und dunklen Strukturen der Linien hängen zu bleiben. Hölmer beschwört mit ihren Arbeiten einen lange schon nicht mehr existenten Urwald oder eine unheimliche Märchenwelt aus unseren Kindertagen herauf. Wir fühlen uns mit der alten Frage der Hilflosigkeit des Menschen gegenüber der übermächtigen Natur konfrontiert, und wir erkennen uns in den Arbeiten als Prothesengötter wieder, die dazu genötigt sind, eine 2. Natur – eine Kultur – zu erschaffen, die uns Schutz und Halt in der ungastlichen Welt gibt.
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Auszug aus der Eröffnungsrede von Friederike Fast, MARTa Herford