Michaela Mück | was wir vermissen | Malerei, Fotoarbeiten

April/Mai 2017

...
Andererseits beglückt das Nicht-Verstehen. Wenn ich etwas nicht verstehe, dann weiß ich doch immer: Die Welt ist größer, als ich dachte.
Und auch das lässt sich ganz konkret über die Bilder hier im Raum sagen: Sie sind größer, als wir auf den ersten Blick dachten. Sie reichen immer auch in die Welt außerhalb des Bildrandes.
Ein Junge, mit nichts bekleidet als einem Tuch um die Hüften und einer einfachen Krone auf dem Kopf, schießt mit einem Holzgewehr auf etwas, das sich links außerhalb des Bildes befindet. Vielleicht auf jemand, der in dem Stuhl sitzt, von dem nur eine Armlehne ins Bild ragt.
...
Michaelas Bilder sind Ausschnitte der Welt, die auch die BetrachterInnen mit einschließt. Hier gibt es kein gefahrloses Voyeurstum. Wo ich nicht gleich erschossen werde, werde ich doch zumindest gesehen. Als Jahrmarktsattraktion begafft von einer Gruppe von Kindern im Sonntagsstaat.
Zur Mitwisserin gemacht von einem meuchelnden Jungen.
...
Ausschnitt aus der Rede zur Ausstellung von Vera Brüggemann, Künstlerin und Illustratorin, Bielefeld